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Published on Juni 27th, 2012 | by Pamela Bernsteiner

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kinder und facebook – eine bestandsaufnahme

im sozialen netzwerk facebook ist ein eigenes profil eigentlich erst ab 13 jahren erlaubt, und dennoch sind millionen kinder unter dem mindestalter im netzwerk vertreten. sie geben einfach ein falsches alter an und können sich so mühelos registrieren.

aber nicht nur kinder unter 13 jahren, auch kleinkinder, babys und haustiere findet man mit einem eigenen profil auf facebook. ja, ich bin sogar mit dem hund meiner tante befreundet (https://www.facebook.com/odin.bernsteiner).

aber was davon ist richtig und was falsch, kann man das überhaupt pauschalisieren? sollten kinder selbst entscheiden oder sollten die entscheidung doch die eltern treffen, ob und wann sich die kids auf facebook anmelden. sollte der kinder-pc von den eltern kontrolliert werden? all diesen fragen wollen wir nun auf den grund gehen.

fangen wir bei kleinkindern und babys an. diese profile können nur von den eltern unter einem falschen alter erstellt werden, die kids wissen ja noch gar nicht was internet ist. für freunde und verwandte dürfte das schon schön sein, den neuankömmling der familie auf facebook beobachten zu können, wie er isst, badet und schläft. besonders für familien, die weit auseinander wohnen, erleichtert es, durch so ein soziales netzwerk in kontakt zu bleiben. und süß sind sie ja, diese babyfotos und welcher schuft würde an etwas anderes denken, wenn er das bild mit der kleinen marie im sommerkleid sieht?

leider ist es die traurige wahrheit, dass auch pädophile und straftäter die vorzüge von sozialen netzwerken für sich erkannt und genutzt haben. so gibt es unmengen an gruppen auf facebook, die nur ein ziel haben: süße, aufreizende kinderfotos sammeln, um sich daran erfreuen zu können.

manch ein elternteil würde auch jetzt noch sagen: „ist mir doch egal, wer die fotos von meinen kindern sieht und ich finde es nicht so schlimm, wenn sich pädophile bei dem anblick meiner kleinen tochter selbst befriedigen. ist ja nur ein foto. und wir bekommen das ja nicht mit.“

doch angenommen dem pädophilen gefällt die kleine so gut, dass ihm fotos nicht mehr ausreichen. kein problem – einfach mit dem namen zum einwohnermeldeamt gehen und nach der adresse der kleinen schönheit fragen. für ein paar euro kommt jeder an die adressen, wenn er den vollen namen und den wohnort der person weiß. und so schnell kann es vom harmlosen foto in facebook zu einem gar nicht mehr harmlosen besuch von straftätern kommen. aus diesem grund sollte man es übrigens auch vermeiden, fotos von der wohnung oder wertgegenständen online zu stellen, denn auch einbrecher nutzen das soziale netzwerk.

fotos von babys und kleinkindern sollten also möglichst nicht über facebook verbreitet werden. und wenn doch, dann bitte nicht aufreizend und nicht öffentlich, sondern nur für freunde einsehbar.

doch wie ist das, wenn die kinder älter sind, ihren eigenen willen haben und unbedingt auch auf facebook sein wollen, weil „alle ihre freunde auch angemeldet sind“? sollte man den kindern verbieten, sich anzumelden, oder soll man sie einfach mal machen lassen?

auch kinder unter 13 jahren sind für pädophile sehr interessant. denn sie befinden sich in der pubertät, sind meist nicht gut auf ihre eltern zu sprechen und fangen an das andere geschlecht interessant zu finden. gute voraussetzungen für die potenziellen straftäter um mit dem kind zu chatten, ihm zuzuhören und ihm das gefühl zu geben, für es da zu sein. oft wird auch über mehrere tage gechattet und wenn der pädophile seine chance wittert, bittet er das kind um ein treffen. kinder denken in diesem moment an nichts böses, sie sind meist veliebt. zudem geben sich die täter oft als kleines mädchen im selben alter oder als schüchterner junge aus.

die einzige möglichkeit für kinder, diese gefahr zu umgehen, besteht darin, dass sie sich im sozialen netzwerk nur mit freunden und verwandten verbinden und nicht auf anfragen von fremden reagieren. doch als elternteil lässt sich das schwer kontollieren.

weil sich immer mehr eltern unsicher waren ob ihr kind auf facebook darf und weil sich immer mehr kinder unter falscher altersangabe registriert haben, hat auch facebook begonnen, über eine lösung nachzudenken. nicht zuletzt weil sich immer mehr jugendschützer und politiker über das soziale netzwerk und die leichtigkeit mitglied zu werden beschwert haben.

eine idee von facebook ist es, die kinderprofile mit denen ihrer eltern zu koppeln. so könnten eltern die kontrolle über das profil behalten und bestimmen, mit wem das kind befreundet sein und welche apps es nutzen darf. doch auch das stößt auf kritik.

viele kinder seien überfordert mit den facebook-inhalten, wo bilder von nackten tatsachen, blutigen wunden und geschlagenen hunden keine seltenheit sind. wahrscheinlich findet jeder facebooknutzer einen post in seinem newsfeed, der nicht kindergerecht ist.

grundregeln für eltern und ihre kinder gibt es nicht. wichtig ist, dass das kind reif genug ist sich in einem sozialen netzwerk zu bewegen. zudem müssen eltern ihre pflicht als aufklärer wahrnehmen und ihre kinder über die gefahren und den (fehlenden) datenschutz aufklären. den kindern muss klar gemacht werden, dass alles, was sie ins internet stellen, da auch für immer bleibt und dass facebook ihre fotos für werbung verwenden darf. zudem sollten auch die privatsphäre-einstellungen erklärt und gleich richtig eingerichtet werden. der infobereich sollte nicht mit zu vielen informationen gefüllt werden. die schule, auf die das kind geht, muss beispielsweise nicht eingetragen werden, denn so wird das kind schnell real auffindbar, auch ohne adresse.

bleibt nur noch eine frage: sollten eltern mit ihren kindern auf facebook befreundet sein?

laut einer studie sind 75 prozent aller befragten kinder mit ihren eltern auf facebook befreundet. doch grundsätzlich sollte es dem kind überlassen sein, ob es das möchte oder nicht.

und über die haustier-profile auf facebook sprechen wir nächstes mal ;)

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Über den Autor: Pamela Bernsteiner

Pamela Bernsteiner : Beiträge auf social move: 479 .

Als Projektleiterin bei social markets ist das Social Web mein zweites Zuhause. Hier blogge ich über meine Erfahrungen mit Social Commerce und Interactive Marketing und was sonst noch Spannendes im Web passiert. Mehr zu mir gibt’s auf (fast) allen Kanälen unter “Pamela Bernsteiner”. Ich freue mich auf neue Kontakte und wünsche viel Freude beim Lesen meiner Artikel.

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